02.02.10 10:48

Rückblick Initiative E-Business 27.01.2010: Optimierungspotentiale durch Supply Chain Management am Praxisbeispiel eines E-Commerce Projekts

Von: Bert Branahl

Zu Beginn der Veranstaltung stellte der Moderator Bert Branahl wie gewohnt eine Reihe aktueller Themen vor (siehe auch Links am Ende dieser Seite):

  • Studie des E-Commerce-Center Handel zum Aufbau von Vertrauen im Online-Handel
  • Interaktive Videos: Anwender können Videos nach eigenem Wunsch verändern
  • Adobe Browserlab: Internet-Seiten in verschiedenen Browsern testen
    Google Browsersize: Sichbarkeit von Internet-Seiten bei verschiedenen Bildschirmauflösungen
  • Visicheck.com zeigt Internet-Seiten so, wie Farbenblinde sie sehen
  • Deutsche Post: Hybrid-Brief für 0,46€ Porto
  • Wikipedia.de: mehr als 1.000.000 Einträge
  • 768 Bit langer Schlüssel geknackt
  • Google Sidewicki: beliebige Webseiten kommentieren 
  • Google Suche jetzt grundsätzlich personalisiert
  • Fraunhofer Institut: Projekt O-PUR entwickelt Methoden, um Plagiate anhand von Verpackungsmerkmalen zu erkennen
  • Visa-Alert schickt SMS bei jeder Kreditkartennutzung
  • Blendtec: wie ein Mixerhersteller seinen Umsatz per Youtube vervielfacht

Der Hauptvortrag von Jens Hübner, SYNAXON AG, Bielefeld, widmete sich der Frage, wie mit Hilfe von Supply Chain Management (SCM) der Profit eines Online-Shops optimiert werden kann. SCM setzt in der Formel

Verkaufspreis – Einkaufspreis – Kosten = Ertrag

bei den Kosten an. Bei dem Online-Shop der SYNAXON AG ist einer der Haupt-Einspareffekte die rigorose Verkürzung der Lieferkette. Statt die Ware selbst zu lagern und an den Endkunden zu verschicken, setzt SYNAXON auf den Versand im Namen Dritter (ViND): der Endkunde wird direkt durch den Großhändler beliefert, der optimalerweise auch evtl. Retouren entgegennimmt. So entfallen eine Vielzahl von Kostenpositionen wie z.B.

  • Lagerkosten
  • Fracht- und Versandkosten
  • Retouren-Bearbeitung
  • Abwertung von länger lagernder Ware

Darüber hinaus ergibt sich für den Kunden üblicherweise auch eine schnellere Belieferung und somit auch eine deutliche Qualitätssteigerung.

Damit ViND auch funktionieren kann, muss der Großhändler eine Reihe von - für Großhändler eher untypische - Anforderungen erfüllen, so z.B.:

  • Lieferschein und Rechnung ausdrucken
  • Nachname- und Vorkasse-Abwicklung
  • Retouren-Abwicklung
  • Endkundenbelieferung
  • Verpackungs-Lizensierung (Duales System, …)

Für den Online-Shop selbst entstehen durch ViND eine Reihe zusätzlicher Schnittstellen. So müssen mit den verschiedenen Großhändlern regelmäßig Daten wie z.B.

  • Lieferzeit / Verfügbarkeit
  • Produktdaten, -bilder und –beschreibungen
  • Preise
  • Auftragsdaten

ausgetauscht und aktualisiert werden.

Dies alles funktioniert natürlich nicht von allein. Ohne einen Verantwortlichen (den Supply Change Manager) für die Gestaltung und Überwachung der Verträge und Service Level Agreements (SLA), die regelmäßige Kommunikation mit den Lieferanten und die ständige Optimierung der Prozesse geht es nicht!